
Projekt · 2001
Baustelle A
Ein kreativ-kommunikatives, interaktives und interdisziplinäres Gesamtkunstwerk
Ort
Businesspark Niederrhein
Stadt
Duisburg-Asterlagen
Dauer
2 Wochen
Projektart
Ästhetische Aktion
Abschluss
Richtfest 2.9.2001
Projektidee
Im Jahr 2001 entstand im Businesspark Niederrhein in Duisburg-Asterlagen mit Baustelle A eine ortsbezogene ästhetische Aktion, die Baustelle, Material, Klang, Bewegung und Publikum zu einem offenen Gesamtkunstwerk verband. Sechs Künstlerinnen und Künstler arbeiteten vor Ort an einer Versuchsanordnung, die nicht auf ein fertiges Einzelobjekt zielte, sondern auf die gemeinsame Inszenierung eines Geländes im Übergang.

Die Stärke des Projekts liegt darin, dass es den Begriff „Baustelle" nicht nur thematisch aufgreift, sondern ästhetisch ernst nimmt. Baustelle A arbeitet mit den Zuständen des Vorläufigen, Unfertigen, Improvisierten und Prozesshaften. Es geht nicht um die repräsentative Vollendung eines Bauwerks, sondern um die Wahrnehmung von Herstellung, Materialtransport, Suchbewegung und kollektivem Handeln. Damit wird aus einem zukünftigen Baugelände ein Ort, an dem Kunst, Arbeit, Geräusch und Publikum miteinander in Beziehung treten.

Grundprinzip
Konstruktion & Dekonstruktion
Die Versuchsanordnung orientiert sich am ästhetischen Mittel der Konstruktion und Dekonstruktion. Den konstruktiven Elementen des Errichtens, des Bauens, des forschenden Suchens im geologischen Untergrund und des Deutens archäologischer Funde stehen dekonstruktive Elemente gegenüber, die interdisziplinär als musikalische Attraktionen kompositorisch verdichtet werden. Selbst Maßnahmen, die eher sinnlose Transporte von Baustoffen sind, gehören in diese Logik.
Akustische Dimension
Klang, Geräusch, Bewegung
Das Konzept spricht von einem Geräuschmix von Motoren und Kleinwerkzeug. Die Erde bebt, Sand quillt, Chöre singen, Motoren rollen und Blech bläst. Beim Richtfest legen 20 bis 30 Blechbläser einen Klangteppich aus langen Tönen über das Gelände; dazu kommen ungewöhnliche Klangexperimente von LKW und Zementmischmaschinen.
20–30
Blechbläser legen einen Klangteppich aus langen Tönen über das Gelände
LKW
und Zementmischmaschinen als Klanginstrumente
Motor
Kleinwerkzeug und Geräuschmix als ästhetisches Material
Öffentlicher Abschluss
Richtfest — Sonntag, 2. September 2001
Beginn 14 Uhr
Das Richtfest beginnt mit einer optisch-akustischen Inszenierung und einem gemeinsamen Umzug durch den Businesspark. Entlang des Weges sind „lebende Bilder", ein „Indianercamp", permanente kleinere Aktionen, Sandaktionen, Baggerakrobatik und eine Schatzsuche angekündigt.


Musikzug Diana
Musikzug Schönnebeckshof
BSW Jugendfanfarencorps Hohenbudberg
Chor Slowik
Klangkünstler Helmut Lemke
Bühne 47
Montana-Ranch
Schülerinnen und Schüler der Erich-Kästner-Gesamtschule
Räumliche Elemente
Zeichen, Schwellen, Konstruktionen
Baustelle A ist kein Einzelbild, sondern ein räumliches Feld aus Zeichen, Übergängen und temporären Setzungen. Das Projekt arbeitet mit Schwellen, Signalen, Gerüsten und Provisorien und entwickelt daraus eine eigene räumliche Choreografie.
Baustellenschilder
Einrichtung der Baustelle
Beton-Absperr-Ständer-Tisch
Das Juwel
Turmanbau im Bezug zum Rheinkilometer
Tor 1 von Vieren
Zwei Tore
Förderturm, drei Tore
Greifer, Fahrgestell
4 Tore, Förderturm
Beteiligte
Sechs Positionen
Alter, Renommee und Arbeitsweise der beteiligten Künstler sind sehr unterschiedlich: spontan agierende, kreative Jungkünstler treffen auf konzeptionell arbeitende, detailplanerische und documenta-erfahrene Profis, dazwischen lehrende Kunstwissenschaftler und Workaholics der Materialschlacht in Großbauweise.
Claus van Bebber
Künstler
Geb. 1949 am Niederrhein; bildende und darstellende Kunst sowie improvisierte und experimentelle neue Musik als Eckpfeiler einer intermedialen Arbeitsweise; Arbeiten „vor Ort" als Schwerpunkt.
Gerd Buschheuer
Künstler
Geb. 1937 in Alpen; Arbeiten aus Porenbeton in Form des abstrakten Expressionismus.
Ariane Holz
Künstlerin
Geb. 1975 in Mönchengladbach; Plastiken aus Stein und Holz.
Peter Maschke
Künstler
Geb. 1947 in Rheinberg; Objekte, Installationen und Environments überwiegend aus Holz.
Odo Rumpf
Künstler
Geb. 1961 in Leverkusen; Arbeiten aus Stahl und Industriefundstücken, ortsbezogene Installationen und Großskulpturen, teilweise kinetisch, dazu Medienskulpturen und Gesamtkunstwerke.
Dini Thomsen
Künstlerin
Geb. 1943 in Katwijk (NL); Malerei, Objekte und Installationen.
Verstehen beim Gehen
“Die Besucher werden zu einem „Verstehen beim Gehen" eingeladen. Baustelle A will nicht frontal erklärt werden, sondern im Durchschreiten, Hören, Sehen, Suchen und Staunen erfahrbar sein. Das Projekt bildet den Gegenentwurf zu künstlichen Paradiesen: Es setzt nicht auf glatte Fertigbilder, sondern auf das Wahrnehmen von Prozess, Material, Handlung und Widerspruch.”
Impressionen

Baustellenschilder als Zeichen

Einrichtung der Baustelle

Beton-Absperr-Ständer-Tisch

Das Juwel

Turmanbau im Bezug zum Rheinkilometer

Tor 1 von Vieren

Zwei Tore

Förderturm, drei Tore

Greifer, Fahrgestell
Verwandte Arbeiten
Environments & Großskulpturen
Projektanfrage
Interesse an ortsbezogenen Kunstprojekten?
Interdisziplinäre Kooperationen, ästhetische Aktionen im öffentlichen Raum, und kollektive Projekte sind Teil der künstlerischen Praxis.
