
Bewegte Landmarken, Fantasiewiese und Energiepfad auf dem Gelände der Landesgartenschau 2005 in Leverkusen
Ort
Leverkusen
Jahr
2005
Projektart
Freiraum- & Skulpturenprojekt
Besonderheit
Wind erzeugt Strom für Videoinhalte
Für die Landesgartenschau 2005 in Leverkusen entwickelte Odo Rumpf ein großmaßstäbliches Freiraumprojekt aus bunten, überdimensional großen Kinder-Windrädern. Über das Gelände verteilt, weithin sichtbar und in Form, Farbe und Größe unterschiedlich, verwandeln sie den Ort in eine bewegte Fantasielandschaft.
Das Projekt ist weit mehr als eine poetische Bildidee. Die Windräder werden vom Wind angetrieben und erzeugen elektrische Energie, die in den Sockeln für Videopräsentationen und Informationsinhalte genutzt wird. Dadurch entsteht aus der skulpturalen Setzung ein Erlebnis- und Informationspfad, in dem Bewegung, Wahrnehmung, Energie und Vermittlung unmittelbar zusammenhängen. Die Lage der Landesgartenschau an den hochfrequentierten Verkehrswegen von Autobahn und Rhein verleiht dem Projekt eine zusätzliche räumliche Stärke: Die bewegten, ungewöhnlichen Objekte werden zu unverkennbaren Landmarken.
In seiner spielerischen Gesamtdarstellung erscheint das Projekt zugleich als humorvolle Installation zur aktuellen und zukünftigen Debatte über die Bedeutung regenerativer Energien. Die Arbeit verbindet damit Leichtigkeit und Ernst: Sie ist freundlich, offen und zugänglich, ohne ihre inhaltliche Schärfe zu verlieren.
Kernidee
Überdimensionale Kinder-Windräder als Fantasiewiese und Informationspfad — Bewegung, Energie und Bedeutung in einem Objekt.
Konzept
Die Windräder in ihrer Farbenpracht sowie in der Unterschiedlichkeit von Form und Größe abstrahieren das bunte Blumenfeld einer Wildwiese und lassen den Besucher in eine Fantasiewelt eintauchen. Das Projekt übersetzt eine elementare Kindheitsform — das Windrad — in einen Maßstab, der Landschaft bildet. Dadurch wird die Wiese nicht nur bespielt, sondern neu lesbar gemacht: als Feld, als Zeichenraum, als kinetische Struktur und als visuelle Einladung.
Genau diese Verbindung aus Einfachheit und konzeptioneller Schärfe macht das Projekt stark. Es ist zugleich leicht lesbar und vielschichtig: Die Arbeit funktioniert auf den ersten Blick als freudige, spielerische Landschaftsfigur — und auf den zweiten als kluge Verbindung von Bewegung, Energie, Information und öffentlicher Wahrnehmung.

Überdimensionales Kinder-Windrad in Bewegung

Entwurfszeichnung der Windräder
Landmarken
Die Lage der Landesgartenschau an den hochfrequentierten Verkehrswegen von Autobahn und Rhein verleiht dem Projekt eine besondere räumliche Stärke. Die bewegten, ungewöhnlichen Objekte werden zu unverkennbaren Landmarken, die von abertausenden täglich passierenden Menschen wahrgenommen werden.
Das Projekt arbeitet nicht mit klassischer Monumentalität, sondern mit Wiederholung, Farbe, Rotation und Sichtbarkeit. Es markiert den Ort nicht durch Schwere, sondern durch Bewegung und Wiedererkennbarkeit — eine Landmarke, die nicht abschließt, sondern einlädt.
Energie & Vermittlung
Eine der stärksten Qualitäten dieses Projekts ist, dass Bewegung hier nicht nur visuell, sondern funktional wird. Die Windräder sind nicht bloß Bildträger für ein Energiethema, sondern Teil eines Systems, in dem Wind zu Strom, Strom zu Information und Information zu Erfahrung wird.
Wind
Natürliche Luftbewegung treibt die Rotoren an
Strom
Generator wandelt Rotation in Elektrizität
Information
Monitor vermittelt Energiethemen
Vermittlungsinhalte in den Sockeln
Im Gelände
Ein Spaziergang über das Gelände der Landesgartenschau wird durch das Projekt zu einem besonderen Erlebnis- und Informationspfad. Die Besucher bewegen sich nicht nur zwischen Objekten, sondern zwischen Stationen eines thematischen Pfads, bei dem Wahrnehmung, Information und Bewegung ineinandergreifen.
Diese Ebene macht das Projekt auch pädagogisch und gesellschaftlich interessant. Es öffnet sich bewusst für verschiedene Publika — Kinder, Spaziergänger, Kunstinteressierte —, ohne seine künstlerische Eigenständigkeit zu verlieren.
Beteiligung
Branchenspezifische Betriebe können Generatoren, Monitore, Masten, Fundamente oder Transporte zur Verfügung stellen.
Einzelpersonen, Gruppen, Vereine, Betriebe oder Firmen können ein oder mehrere Windräder finanziell unterstützen und werden Eigentümer.
Paten werden an den Windrädern sowie in Videopräsentationen genannt. Nach der LAGA können sie über ihre Windräder verfügen.
“Die Windräder werden Eigentum der Paten, werden live vor Ort erarbeitet und für die Dauer der Landesgartenschau aufgestellt.”Beteiligungskonzept
Technik
Hinter der Leichtigkeit steckt eine sehr präzise Konzeption. Gestaltung, Technik und Infrastruktur wurden von Anfang an zusammen gedacht.
Farbige Flügel in unterschiedlichen Formen und Größen
Stahlmast in variabler Höhe
Wandelt Rotationsbewegung in elektrische Energie
Fundament mit integrierter Technik
Bildschirm für Videopräsentationen
Verankerung im Gelände
Dokumentation

Windrad mit Sockel und Videopräsentation

Überdimensionales Kinder-Windrad in Bewegung

Entwurfszeichnung der Windräder
Werke
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