Mensch / Medien · Multimedial · Interaktiv
Golem
Figur als Medienträger — Gesicht als Gerät, Körper als Bedienoberfläche. Nutzbar als Internet-Surfstation.
Entstehung
Höhe
Material
Medien
Konzept
Medialisierte Figur —
technische Belebung
Golem ist eine medialisierte Figur — mit DVD-Player und Monitor bestückt und nutzbar als Internet-Surfstation. Eine Kamera im rechten Auge erfasst den Betrachter, eine Tastatur auf den Händen ermöglicht die Eingabe.
Die mythologische Figur des Golem — der belebte Lehmkoloss aus der jüdischen Tradition — wird hier technisch neu gedacht. Nicht Magie, sondern Medientechnik erweckt die Figur. Das Ergebnis ist eine radikale Verschmelzung: Das Gesicht wird zum Gerät, der Körper zur Bedienoberfläche.
Die Stärke des Golem liegt darin, dass er diese Situation nicht illustriert, sondern verkörpert — buchstäblich. Wir schauen auf Bildschirme, während Kameras uns erfassen. Genau diese Grundkonstellation medialisierter Gegenwart macht der Golem als skulpturale Erfahrung spürbar.
Körper als Interface
Vier Medienkomponenten
Der Golem integriert Medientechnik direkt in seinen skulpturalen Körper — jedes Bauteil übernimmt eine doppelte Funktion: als Teil der Figur und als Mediengerät.
Monitor
Position: Torso
Integrierter Bildschirm als zentrales Interface — der Körper trägt das Bild.
Kamera
Position: Rechtes Auge
Die Figur sieht den Betrachter. Das Auge als technisches Aufnahmegerät — der Blick kehrt sich um.
Tastatur
Position: Hände
Eingabegerät auf den Händen. Der Körper wird zur Bedienoberfläche, die Geste zur Eingabe.
DVD-Player
Position: Integriert
Medienwiedergabe als Teil des skulpturalen Körpers — Technik und Figur untrennbar.
Detail · Rechtes Auge
Blick und
Gegenblick
Die Kamera im rechten Auge des Golem kehrt das klassische Betrachter-Verhältnis um: Nicht nur der Besucher schaut die Skulptur an — die Skulptur schaut zurück.
Das technische Auge erfasst, was vor ihm steht, und macht die Betrachtung zum beidseitigen Vorgang. Diese Umkehrung ist keine bloße Spielerei — sie verweist auf die Grundsituation medialisierter Gegenwart: Wir schauen auf Bildschirme, während Kameras uns erfassen.